Kurzfazit: Der Blau 9-Cent-Tarif ist aus unserer Sicht weniger ein klassischer Smartphone-Tarif als vielmehr ein günstiger Parkplatz für eine Mobilfunknummer. Du zahlst 0 € Grundgebühr, einmalig 9,99 € für das Starterpaket inklusive 10 € Guthaben und anschließend nur, wenn du die SIM tatsächlich nutzt.
| Monatliche Grundgebühr | 0,00 € |
| Starterpaket einmalig | 9,99 € |
| Enthaltenes Startguthaben | 10,00 € |
| Laufende Fixkosten | 0,00 € / Monat |
| Nutzung | 9 Cent/Min. · 9 Cent/SMS · 24 Cent/MB |
| Deal-Kostenübersicht | 9,99 € Einstieg inkl. 10 € nutzbarem Guthaben |
Ein Mobilfunktarif ohne Datenpaket, ohne Allnet-Flat und ohne monatliche Grundgebühr klingt im Jahr 2026 zunächst fast ein wenig aus der Zeit gefallen. Genau darin liegt aber der Reiz des Blau 9-Cent-Tarifs: Er versucht gar nicht, ein vollwertiger Smartphone-Tarif für Vielsurfer zu sein.
Stattdessen zahlst du nur dann, wenn du die Karte tatsächlich nutzt. Telefonate und SMS kosten jeweils 9 Cent, mobile Daten werden im Basistarif mit 24 Cent pro MB abgerechnet. Das macht den Tarif für regelmäßiges mobiles Surfen ziemlich unattraktiv – aber für eine Nummer, die hauptsächlich erreichbar sein soll, kann genau dieses Modell sehr sinnvoll sein. 👉 Blau Prepaid 9 Cent ansehen
Wir haben uns deshalb einmal weniger die Frage gestellt „Wie viel Datenvolumen bekomme ich?“ und stattdessen überlegt: Wofür kann man heute eigentlich noch eine SIM-Karte gebrauchen, die möglichst wenig laufende Kosten verursacht? Und überraschenderweise gibt es darauf ziemlich viele Antworten.
1. Rufnummer parken: Für uns der spannendste Einsatzzweck
Vielleicht besitzt du eine Mobilfunknummer schon seit zehn, fünfzehn oder sogar zwanzig Jahren. Alte Freunde kennen sie, ehemalige Kollegen haben sie gespeichert, bei Banken, Onlineshops oder anderen Diensten ist sie möglicherweise noch hinterlegt – aber als Hauptnummer benutzt du sie eigentlich gar nicht mehr.
Genau hier kann ein Tarif ohne Grundgebühr interessant werden. Statt weiter jeden Monat für einen vollwertigen Mobilfunkvertrag zu bezahlen, portierst du die alte Nummer zu Blau und lässt sie dort zunächst als Prepaid-Rufnummer weiterleben.
Die Rufnummernmitnahme zu Blau ist grundsätzlich kostenfrei. Auch eine spätere Portierung der Blau-Prepaid-Nummer zu einem anderen Anbieter ist wieder möglich. Dadurch kann der 9-Cent-Tarif tatsächlich eine Art Zwischenparkplatz für deine Rufnummer sein.
Ein typisches Szenario wäre: Dein alter Vertrag endet, aber du willst gerade noch keinen neuen 24-Monats-Vertrag abschließen. Statt die Nummer zu verlieren oder deshalb vorschnell irgendeinen Tarif zu buchen, parkst du sie zunächst auf Prepaid und wartest auf ein passendes Angebot.
Wichtig beim Rufnummer-Parken: Die SIM darf nicht einfach vergessen werden
Genau hier steckt der wichtigste Punkt des gesamten Artikels. Eine Prepaid-Nummer bleibt nicht automatisch für immer aktiv, nur weil der Tarif keine Grundgebühr besitzt.
Blau nennt für das Starterpaket zunächst eine Nutzungsdauer von sechs Monaten. Durch eine Guthabenaufladung kann diese Nutzungsdauer verlängert werden. Bei einer Aufladung von weniger als 2,50 € verlängert sie sich laut Blau um sechs Monate zuzüglich eventuell vorhandener Resttage – maximal bis zu einem Jahr. Ab einer Aufladung von mindestens 2,50 € verlängert sich die Nutzungsdauer um ein Jahr.
Läuft die Guthabenverfügbarkeit ab, bleibt die Nummer noch zwei Monate eingehend erreichbar. Erfolgt anschließend keine neue Aufladung, wird die SIM dauerhaft deaktiviert.
Unser Tipp: Wenn dir die geparkte Rufnummer wirklich wichtig ist, lege dir direkt einen jährlichen Kalendereintrag an und kontrolliere die Nutzungsdauer in Mein Blau. So wird aus „Rufnummer parken“ nicht versehentlich „Rufnummer verlieren“.
2. Zweite Nummer im Dual-SIM-Smartphone
Viele aktuelle Smartphones unterstützen inzwischen zwei Rufnummern gleichzeitig – beispielsweise eine physische SIM und eine eSIM.
Deine Hauptnummer kann dann ausschließlich Familie, Freunden und wichtigen Kontakten vorbehalten bleiben, während du die Blau-Nummer beispielsweise für Kleinanzeigen, Online-Portale, Gewinnspiele, Kundenkonten, Lieferdienste oder weniger wichtige Kontakte verwendest.
Solange du auf dieser Nummer hauptsächlich angerufen wirst und selbst nur selten telefonierst, fallen kaum verbrauchsabhängige Kosten an.
Der Blau 9-Cent-Tarif lässt sich inzwischen auch als eSIM bestellen. Bei einem neuen Prepaid-Tarif kannst du bei der Bestellung zwischen physischer SIM und eSIM wählen. Das macht die Nutzung als zweite Nummer in einem modernen Dual-SIM-Smartphone besonders bequem. 👉 Zweitnummer ohne monatliche Grundgebühr bestellen
3. Separate Nummer für SMS und Verifizierungen
Eine zusätzliche Mobilfunknummer kann auch für Registrierungen und Bestätigungscodes praktisch sein. Dadurch musst du deine private Hauptnummer nicht bei jedem Dienst hinterlegen.
Für besonders wichtige Konten würden wir eine SMS allerdings nicht automatisch als einzige Sicherheitsmethode verwenden. Wenn ein Dienst Authenticator-App, Passkey oder einen Hardware-Sicherheitsschlüssel unterstützt, können diese Verfahren je nach Anwendung sinnvoller sein.
Als zusätzliche Trennung zwischen privater Hauptnummer und weniger wichtigen Online-Konten kann eine zweite Mobilfunknummer trotzdem sehr praktisch sein.
4. Alarmanlage oder GSM-Modul
Viele ältere Alarmanlagen, Fernmeldegeräte und Steuerungssysteme besitzen ein Mobilfunkmodul. Im Ernstfall verschickt das Gerät beispielsweise eine SMS oder ruft eine vorher festgelegte Telefonnummer an.
Wenn die Anlage hoffentlich monatelang überhaupt nichts senden muss, wäre eine klassische Allnet-Flat möglicherweise überdimensioniert. Bei einem verbrauchsabhängigen Tarif entstehen dagegen erst dann Kommunikationskosten, wenn tatsächlich eine SMS oder ein Anruf ausgelöst wird.
Allerdings gibt es hier einen wichtigen Zukunftspunkt: Telefónica Deutschland will sein 2G-Netz in der zweiten Jahreshälfte 2028 abschalten. Alte Alarmanlagen oder GSM-Module, die ausschließlich 2G unterstützen, sollten deshalb nicht mehr als langfristig zukunftssichere Lösung betrachtet werden.
Wer heute ein neues Modul installiert, sollte nach Möglichkeit auf 4G/LTE, VoLTE oder moderne IoT-Technologien achten.
5. Toröffner, Heizungssteuerung und andere kleine Helfer
Ähnlich sieht es bei Geräten aus, die nur gelegentlich per Mobilfunk kommunizieren. Manche Torsteuerungen reagieren beispielsweise auf einen Anruf, andere Systeme verschicken gelegentlich eine Status-SMS.
Solange wirklich nur wenige Minuten oder Nachrichten pro Monat anfallen, passt das Nutzungsmodell des 9-Cent-Tarifs gut dazu.
Auch hier gilt aber: Vorher unbedingt überprüfen, welchen Mobilfunkstandard das Gerät benötigt und ob es mit dem verwendeten Netz und der SIM technisch kompatibel ist.
6. GPS-Tracker? Nur sehr eingeschränkt empfehlenswert
Bei GPS-Trackern sieht die Sache deutlich anders aus. Viele Tracker übertragen regelmäßig Positionsdaten über das Mobilfunknetz. Bei 24 Cent pro MB kann das schnell teuer werden.
Schon 10 MB mobile Daten entsprechen 2,40 €. Bei 100 MB wären es bereits 24 €. Für einen Tracker, der regelmäßig Daten sendet, empfehlen wir deshalb eher einen günstigen Tarif mit fest enthaltenem Datenvolumen beziehungsweise einen speziellen IoT-Tarif.
Der 9-Cent-Basistarif ist eher für Geräte interessant, die fast ausschließlich SMS beziehungsweise Anrufe verwenden oder wirklich nur extrem selten Daten übertragen.
7. Das alte Nokia in der Schublade
Vielleicht liegt irgendwo noch ein altes Nokia 3310 oder ein anderes Tastenhandy herum. SIM-Karte rein, einschalten – und plötzlich existiert wieder ein Telefon, dessen wichtigste Funktion tatsächlich darin besteht, Anrufe zu tätigen und entgegenzunehmen.
Das kann als Ersatzhandy, Festival-Handy, Werkstatt-Handy oder einfach als Zweittelefon interessant sein.
Besitzer wirklich alter 2G-Handys sollten allerdings auch hier die angekündigte Netzabschaltung beachten. Im Telefónica-Netz soll 2G in der zweiten Jahreshälfte 2028 abgeschaltet werden. Ein originales 2G-only-Tastenhandy ist damit keine dauerhafte Lösung über diesen Zeitpunkt hinaus.
8. Und dann gibt es natürlich noch das „Wegwerfhandy“ …
Nennen wir es mit einem Augenzwinkern so. Wer alte Filme und Serien kennt, weiß, dass ein zweites unscheinbares Telefon dort gelegentlich eine erstaunlich wichtige Rolle spielt.
Warum jemand im echten Leben unbedingt ein zweites Handy benötigt, möchten wir an dieser Stelle vielleicht gar nicht so genau wissen. 😉
Für die harmlosen Varianten gibt es jedenfalls genügend Gründe: Festival-Handy, Ersatztelefon, Zweitnummer, Urlaubshandy, Werkstattgerät oder ein Mobiltelefon, das im Auto beziehungsweise an einem festen Ort als Reserve liegt.
Wirklich anonym ist eine deutsche Prepaid-SIM übrigens nicht. Vor der Aktivierung muss die Identität des Nutzers überprüft werden. Ein echtes anonymes „Burner Phone“ wie aus einem Film ist der Blau-9-Cent-Tarif also nicht.
9. Auch als eSIM – aber nicht für jedes Gerät
Besonders praktisch für moderne Smartphones: Blau bietet seine Prepaid-Tarife auch als eSIM an. Dadurch lässt sich die zusätzliche Nummer verwenden, ohne eine zweite physische Karte im Smartphone einzusetzen.
Wichtig für spezielle Geräte: Blau weist derzeit darauf hin, dass die eigene eSIM für Prepaid beziehungsweise den entsprechenden SIM-Tausch für kompatible Smartphones vorgesehen ist. Wer die Karte in einem GSM-Modul, Tracker oder einer anderen Hardware einsetzen möchte, sollte deshalb in der Regel vorab prüfen, ob eine klassische physische SIM die passendere Variante ist.
10. Mobiles Internet: Hier liegt die größte Schwäche des Tarifs
Genau dort, wo heutige Mobilfunktarife normalerweise punkten, ist der Blau 9-Cent-Tarif absichtlich minimalistisch. Mobile Daten kosten im Basistarif 24 Cent pro MB.
Für WhatsApp, Maps, Social Media, YouTube oder regelmäßiges Surfen würden wir diesen Basistarif deshalb nicht empfehlen. Sobald du dein Smartphone aktiv für mobile Daten verwendest, kann eine Blau-Allnet- oder Datenoption beziehungsweise ein anderer Tarif mit festem Datenpaket deutlich sinnvoller sein.
Internet-Optionen können bei Bedarf hinzugebucht werden. Der eigentliche Charme des 9-Cent-Tarifs liegt aber genau darin, dass du eben keine dauerhaft laufende Mobilfunkoption bezahlen musst.
So funktioniert das Rufnummer-Parken in der Praxis
Wenn du eine bestehende Nummer langfristig sichern möchtest, könnte der Ablauf beispielsweise so aussehen:
1. Blau 9-Cent-Prepaid bestellen und SIM beziehungsweise eSIM aktivieren.
2. Identitätsprüfung durchführen und Mein Blau einrichten.
3. Die bestehende Rufnummer vom bisherigen Anbieter zu Blau portieren. Die Mitnahme zu Blau ist kostenfrei.
4. In Mein Blau die aktuelle Guthaben- beziehungsweise Nutzungsdauer kontrollieren und einen Kalendereintrag vor Ablauf setzen.
5. Rechtzeitig Guthaben aufladen und damit die Nutzungsdauer verlängern.
6. Wenn später wieder ein passender Laufzeit- oder Prepaid-Tarif gefunden wurde, die Nummer erneut freigeben und zum neuen Anbieter portieren.
Damit muss eine langjährig bekannte Nummer nicht nur deshalb verloren gehen, weil du gerade keinen teuren zweiten Mobilfunkvertrag benötigst.
Für ein modernes Smartphone, das jeden Tag aktiv genutzt wird, würden wir den Blau 9-Cent-Tarif normalerweise nicht empfehlen. Dafür sind insbesondere die 24 Cent pro MB zu teuer. Genau das ist aber auch nicht die eigentliche Stärke des Tarifs.
Interessant wird er, wenn eine Mobilfunknummer hauptsächlich existieren und erreichbar bleiben soll: zum Rufnummer-Parken, als zweite Nummer im Dual-SIM-Gerät, für ein selten genutztes Zweithandy oder für bestimmte Geräte mit minimalem Kommunikationsbedarf. Besonders beim Rufnummer-Parken solltest du jedoch unbedingt die Guthaben- und Nutzungsdauer im Blick behalten. Und wer den Tarif mit einem alten Nokia, einer Alarmanlage oder einem GSM-Modul einsetzen möchte, sollte bereits heute berücksichtigen, dass Telefónica 2G in der zweiten Jahreshälfte 2028 abschalten will.
Ja. Der Blau 9-Cent-Tarif besitzt eine Grundgebühr von 0 €. Das Starterpaket kostet einmalig 9,99 € und enthält 10 € Startguthaben. Danach entstehen grundsätzlich nur Kosten durch tatsächliche Nutzung oder zusätzlich gebuchte Optionen.
Ja. Eine bestehende Mobilfunknummer kann zu Blau Prepaid portiert und dort weitergeführt werden. Dadurch eignet sich der Tarif als günstige Zwischenlösung, wenn du eine Nummer behalten möchtest, aber aktuell keinen vollwertigen zweiten Mobilfunkvertrag benötigst.
Blau nennt für das Starterpaket zunächst eine Nutzungsdauer von sechs Monaten. Durch Aufladung lässt sich diese verlängern. Bei einer Aufladung unter 2,50 € verlängert sich die Nutzungsdauer um sechs Monate zuzüglich Resttage, maximal auf ein Jahr. Bei mindestens 2,50 € Aufladung verlängert sie sich um ein Jahr. Nach Ablauf der Nutzungsdauer bleibt die SIM noch zwei Monate eingehend erreichbar, bevor sie ohne erneute Aufladung deaktiviert wird.
Telefonate in deutsche Netze kosten 9 Cent pro Minute. Für eine SMS werden ebenfalls 9 Cent berechnet.
Mobile Daten werden im Basistarif mit 24 Cent pro MB berechnet. Für regelmäßiges Surfen ist der Basistarif deshalb aus unserer Sicht nicht empfehlenswert. Bei Bedarf können passende Internet-Optionen hinzugebucht werden.
Ja. Bei einem neuen Blau Prepaid-Tarif kannst du auch eine eSIM wählen. Dadurch eignet sich der Tarif besonders gut als zweite Rufnummer in einem kompatiblen Dual-SIM-Smartphone.
Aktuell kann ein kompatibles 2G-Handy im Telefónica-Netz grundsätzlich noch funktionieren. Telefónica Deutschland hat allerdings angekündigt, 2G in der zweiten Jahreshälfte 2028 abzuschalten. Ein ausschließlich 2G-fähiges Handy ist deshalb keine langfristige Lösung.
Für Geräte, die nur selten SMS verschicken oder Anrufe tätigen, kann der Tarif interessant sein. Prüfe jedoch unbedingt Mobilfunkstandard und Gerätekompatibilität. Besonders ältere reine 2G-Geräte müssen wegen der für 2028 angekündigten 2G-Abschaltung mittelfristig ersetzt werden.
Nur eingeschränkt. Viele GPS-Tracker übertragen regelmäßig mobile Daten. Bei 24 Cent pro MB können dadurch schnell hohe Kosten entstehen. Für dauerhaft sendende Tracker ist ein Tarif mit festem Datenvolumen oder ein spezieller IoT-Tarif normalerweise sinnvoller.
Nein. Auch für eine Prepaid-SIM ist vor der Aktivierung eine Identitätsprüfung erforderlich. Der Tarif kann zwar problemlos als Zweit- oder Notfallhandy genutzt werden, ist aber kein anonymes „Wegwerfhandy“ im Sinne klassischer Filmklischees.
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